Jahr: 2019

Stuff White People Like

Micromobility is socially selective, environmentally unfriendly, and it is not even supported by a sustainable model. But it is still well-hyped and it continues to draw large investments.

Frederic Filloux: The Micromobility Mirage

Soccer Moms

Right now, it’s the soccer moms who just might be keeping American politics from lurching completely to the angry extremes.

The Dispatch: From David French: The Perils of Marrying Populism to Corruption and Incompetence

Der Teufel fährt Tesla

Um den Akku weiter abzukühlen, kam das Auto für 72 Stunden in einen speziellen Container der Feuerwehr, der mit 11.000 Litern Wasser gefüllt war. Das gilt als kontaminiert – eine Entsorgung soll pro 1000 Liter 250 Euro betragen.

Markus Christandl, Merkur: Tesla-Fahrt endet mit Inferno

Ich kann die Vollendung der Mobilitätswende kaum erwarten.

Since 2017, an event called “Mundane Halloween” ( 地味ハロウィン, “sober”, “plain”, “boring” or “mundane” Halloween) has become an October tradition in Japan. Participants dress up in plain outfits that are intended to be the drolly humorous antithesis of the often elaborate or cliched costumes everyone else wears on Halloween.

Nevin Thompson, Global Voices: Celebrating “Mundane Halloween” in Japan

🖤

Credo

You could once expiate your sins by burying your baubles. Today, you must trade cars for bicycles. Stop gorging on meat whose production destroys forests and poisons the atmosphere with methane.

Josef Joffe, Commentary: The Religion of Climatism

Workers v Communists

This vast class of poor and often powerless migrants, peasants, and factory workers represents a far greater threat to the Chinese regime than isolated intellectuals on the mainland or even the brave protesters in Hong Kong.

Joel Kotkin, Quilette: China’s Looming Class Struggle

Let’s hear it

In the current climate, where there is little cultural support for the robust exchange of competing views, many people self-censor and allow the language police to intimidate them.

Frank Furedi, spiked: The war over words

Filters Spielesammlung

Archive.org archiviert alles, was digital ist und seit einigen Jahren auch alte Spiele. Das machen die aber grandioserweise gleich so, dass sie den bekannten Dosbox-Emulator direkt im Browser lauffähig machen, so dass man diese ganzen Klassiker alle direkt im Browser spielen kann.

Und das sind tausende!

Jan Filter, filterblog: Filters Spielesammlung: Alte Dos-Games gratis auf Archive.org daddeln!

Klima statt Arbeiter

So läuft die IG Metall gleich mehrfach Gefahr, in die Klimafalle zu tappen, in der sich bereits ihr Bündnispartner SPD verheddert hat: Ihr Bekenntnis zur Mobilitätswende kostet weit mehr Jobs als neue in Deutschland zu schaffen sind.

Wolfgang Bok, Cicero: IG Metall – In der Klimafalle

Legitime Berlin-Kritik

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, wenn ich sage: Das Bundesland Berlin gehört ersatzlos abgeschafft und an Brandenburg übergeben. Ich liebe Berlin und lebe gerne hier. Von der übersprudelnden Urbanität im Zentrum bis zum rauen, ehrlichen Charme der Außenbezirke ist es kein Zufall, dass abertausende Menschen aus aller Welt hier ein paar schöne Tage oder ein ganzes Leben verbringen.

Dennoch: Als politisches Gebilde ist Berlin derart heruntergewirtschaftet, dass keine Reform die Bundeshauptstadt retten kann. Das Bundesland muss sterben, damit die Stadt aufblühen kann. Das wäre gut für die Menschen hier, in der ganzen Bundesrepublik und alle die uns in der Zukunft besuchen wollen

Berlin krankt an einer verworrenen politischen Struktur, die sich nur ein raffinierter Sadist so hätte ausdenken können. Das System ist ein gordischer Knoten.

Ein Dutzend Bezirksämter agiert teils im Einklang mit den entsprechenden Senatsverwaltungen, teils parallel, teils gegeneinander – aber nur höchst selten effektiv, effizient und im Interesse der Berlinerinnen und Berliner. Wenn in Friedrichshain-Kreuzberg ein Bezirksstadtrat sich wie die Karikatur eines preußischen Gutsherren aufführt und sich so konsequent wie kostspielig über Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung hinwegsetzt, dann ist das nur das sichtbarste Beispiel für die vielen kleinen Verwaltungstyrannen, die Berlin piesacken. Es ist, wie ich selbst kürzlich erfahren musste, nicht einmal möglich im Standesamt eines Bezirks ein Dokument aus der entsprechenden Dienststelle des nächsten anzufordern. Das ist Spitze – in den Provinzialismus-Weltmeisterschaften.

Über diesem Gewirr von Interessen, Kompetenzen, Besitzständen und Filz thront der Senat, mit dem Regierenden Bürgermeister als Statthalter der Mittelmäßigkeit. Diese Führung verhindert konsequent, dass irgendjemand noch das Risiko eingehen will, günstige Mietwohnungen anzubieten. Sie leistet sich eine Repräsentantin beim Bundesrat, die sie regelmäßig mit einer einzigartigen Melange aus Inkompetenz und Geltungssucht blamiert. Ohne Konsequenzen.

Extremisten aller Richtungen und Kriminelle aller Hintergründe haben längst erkannt, dass die politische Führung ihnen nicht einmal Einhalt gebieten könnte wenn sie wollte. Sie will das noch nicht einmal. Der Senat arbeitet sich – wenn er denn beschlussfähig zusammentritt – lieber an Schreckgespenstern ab, statt sich mit den drängenden Herausforderungen zu beschäftigen. Das Fußvolk in Schulen, bei der Polizei, Feuerwehr und den Ämtern arbeitet dauerhaft an der Belastungsgrenze und verhindert täglich einen Kollaps, den Generationen von Politikern aller Parteien befördert haben. Währenddessen steht die Bevölkerung im Stau oder wird in öffentlichen Verkehrsmitteln von der Kriminalität heimgesucht, die der Senat gewähren lässt.

Gordische Knoten werden nicht entworren — sie werden zerschlagen.

Da hilft keine Reform mehr. Gordische Knoten werden nicht entworren – sie werden zerschlagen. Berlin als politisch eigenständige Gebietskörperschaft muss sterben. Zunächst muss das Bundesland ersatzlos abgeschafft und dem Land Brandenburg zugeschlagen werden. Bisher sind alle Versuche einer Länderfusion mit Brandenburg gescheitert, viele öffentliche Einrichtungen, Gerichte, Behörden etc. arbeiten trotzdem bereits länderübergreifend. Hier darf es auch gerne nahtlos weitergehen. Aber der aufgeblähte, parasitäre Regierungs- und Verwaltungsapparat auf Bezirks- und Senatsebene stünde dann dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Eine Stadtverwaltung, die mit Ihren Aufgaben statt mit ihrer Selbstherrlichkeit befasst ist, würde Berlin in allen Belangen nach vorne bringen.

Und wenn das Regierungsviertel sich zu sexy für die Zugehörigkeit zu einem Flächenland dünkt, dann kann es direkt einer dafür zu schaffenden Bundesverwaltung unterstellt werden: Ein Bundesbezirk Berlin-Mitte analog zum District of Columbia in den Vereinigten Staaten braucht nicht den ganzen Ballast, der jetzt die Bundeshauptstadt lähmt.

Wenn der Knoten zerschlagen ist, dann kann die entfesselte Kraft der Stadt zeigen, was sie für die Berliner, für die Bundesrepublik, ja für die Welt wirklich zu bieten hat.


Dieser Text ist am 16. Oktober 2019 als Gastkommentar in DIE WELT erschienen.