Der Erdhund erdet

„Die sind ja so schon geil.

Aber in so einer Menge noch besser!“

Das Mädchen mit Baum-Tattoo bewundert zwei Dutzend Dackel, die durch die Hasenheide ziehen. Einmal im Monat wimmelt es vor der Szenekneipe „Posh Teckel“ in Berlin-Neukölln vor Dackeln. Sie treffen sich jeden zweiten Sonntag im Monat in der Pflügerstraße, um mit den Hunden den Volkspark Hasenheide unsicher zu machen. Zweifellos werden Dackel wieder beliebter. Für Paul Adler, der mit seiner Rauhaardackeldame Betty hier ist, ist es aber keine Modefrage. „Man sucht sich einen Hund nach dem eigenen Charakter aus“, sagt er.

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5 reasons Elon Musk is the Donald Trump of e-mobility

Everyone in the media fawns over Elon Musk, the patron saint of innovation. Everyone? No. I refuse to sing the praises of this overrated CEO. Elon Musk will not save us from any transportation and energy crisis.

Musk is a capable technology entrepreneur as his former success with Paypal proves. But a thought leader worth following? No.

In fact, his grandstanding while reality proves him wrong, places him in one league with US president Donald J. Trump.

Here are the reasons.

1. He over-promises and under-delivers

The most recent and obvious scratch in Musk’s shiny paint job is the huge discrepancy between his promises and his actual results. When Tesla delivered 95% cars less than the 25.000 projected Model 3 cars last quarter, people started to notice the gaping rift. Musk had over-promised and under-delivered in the past but this blunder made it clear for everyone.

2. His ventures thrive on subsidies

That’s not all. Musk moonlights as a rent-seeking crony capitalist. Among his different companies he got supported with 5 billion tax payer dollars up to 2015 in the US. Ventures like Hyperloop and SpaceX seek contracts from the notoriously corrupt public sector. Additionally, buying electric cars is heavily subsidized in most countries. This is all in Elon Musk’s best self-interest. But it is neither beneficial for tax payers, nor is it proper entrepreneurship in a free market.

3. He pushes an inadequate technology

Lithium-Ion batteries are a great technology. In phones, laptops and smartwatches. They also work very well on electric bikes and scooters. But not in cars. Cars are heavy, go fast and go far. Make no mistake: electric drivetrains have many advantages over gasoline motors. But Lithium batteries cannot hold enough electricity to move a car reliably over long ranges at an acceptable price. Still, Musk pretends that this is the technology to bury fossil fuels.

4. His views on AI are crackpot at best

There is no shame in misunderstanding a key technology. But using a position of high public visibility to spout doom and gloom? That is shameful. Elon Musk thinks that we “need to be super careful with AI. Potentially more dangerous than nukes.”

Well, he is wrong.

5. He underestimated engineering

Engineering software products (like Paypal) is relatively easy. If code doesn’t work properly you can tinker with it until it does. Developing prototypes for new technologies and building them in small numbers (like spacecraft) is similar. But building the very machines that build cars at high volumes is a completely different game. This is mechanical engineering where things like supply logistics, wear and tear on tooling, timing, physical distances and much more come into play. And this is where the old carmakers outperform Tesla dramatically.

Trumped up

There you have it. A leader that constantly brags about things he is going to achieve, while his actual accomplishments are quite underwhelming, a corporatist that talks publicly about topics he doesn’t quite understand and who proposes solutions that don’t work well in the real world. Sounds familiar?

Ein Witz

Ein Franzose, ein Engländer und ein Deutscher wurden mit einer Studie über das Kamel beauftragt.

Der Franzose ging in den Jardin des Plantes, hielt sich dort eine halbe Stunde auf, befragte den Aufseher, warf dem Kamel etwas Brot hinüber und stieß es ein paarmal mit der Spitze seines Regenschirmes. Wieder zu Hause, schrieb er für seine Zeitung eine Fortsetzungsreihe voller geistreicher und witziger Einsichten.

Der Engländer, mit Teekanne und bequem zum Zelten ausgerüstet, schlug sein Lager in einem orientalischen Land auf. Er weilte dort zwei oder drei Jahre und kehrte dann mit einem Band voller Fakten zurück, die zwar jeder Ordnung entbehrten und zu keiner Lehre führten, dafür aber von echtem dokumentarischen Wert waren.

Der Deutsche schließlich, der den Franzosen um seiner Frivolität willen und den Engländer wegen des Fehlens einer allgemeinen Idee verachtete, schloß sich in sein Studierzimmer ein und verfaßte dort ein mehrbändiges Werk mit dem Titel: „Die Idee des Kamels, entwickelt aus dem Begriff des Selbst.“

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Die Moritat vom pinken Katzenballon

Seit zwei Jahren hängt ein pinker Katzenballon im Baum vor unserem Balkon. Irgendwann im Herbst 2015 entglitt einem kleinen Mädchen die Plastikschnur und der Ballon machte sich auf den Weg in den blauen Charlottenburger Himmel.

Während seiner kurzen anarchischen Reise erhaschte er vielleicht einen Blick auf das Charlottenburger Rathaus, dessen Turm einst von einem selbstbewussten Bürgertum so hoch gebaut wurde, dass er das nahegelegene königliche Schloß mehr als deutlich überragt.

An dieser Straßenecke standen einst prachtvolle Häuser mit Kolonialwarenläden. Es gab auch in den 1920ern ein SPD-Lokal direkt um die Ecke, das später von den Nationalsozialisten zum Folterkeller umfunktioniert wurde. Aber das wusste der pinke Katzenballon wohl nicht.

Pinke Katzenballons sind nicht gerade als versierte Heimatkundler bekannt. Ihnen ist vielmehr ein ausgeprägter Freiheitsdrang zueigen. So schwebte der Ballon — zwischen Stromkästen und mehr parkenden Autos als eigentlich in die Straße passen — gen Himmel.

Er passierte ein paar Lindenblätter, Zweige, und schließlich verhedderte er sich in den Ästen einer stattlichen Linde.

Linden werden gerne an Straßen gepflanzt, weil sie gegenüber den Belastungen des Verkehrs recht robust sind. Ihr Nachteil ist, dass sie die Autos im Sommer mit einer klebrigen Schicht von Pollen überziehen, auf der Laub und Dreck ausgezeichnet haften. Aber das interessierte den pinken Katzenballon wohl nicht. Was kümmert ihn der Straßenverkehr, wenn er davonschweben kann. Aber eine Linde war – wie bei Siegfried – sein Schicksal.

Zuerst zog er tapfer an der Linde weiter, mit all der Kraft, die das Helium ihm gab. Er hatte über sich immer noch den weiten Himmel zu erobern. Von unserem Balkon war er nur wenige Armlängen entfernt. Bei jeder unserer kleinen Grillpartys, wenn ich zeigte, wo Rathaus, Schloß und Spree liegen, konnte er uns zusehen. Er tat mir ein wenig leid, obwohl er nur ein mit Helium gefülltes Stück Plastik war, durch eine Plastikschnur an eine Linde gekettet.

Aber er war viel zu weit weg, um ihn zu befreien. So zog er weiter am Baum. Der blieb weiter stehen. Zwei Jahre lang. Bei jedem Wetter. Inzwischen ist der pinke Katzenballon ein gelber, durch Sonne und Wetter verblichener, hängender Fetzen. Aber er trotzt weiter.

Der pinke Katzenballon wird nur zu seinen eigenen Bedingungen gehen. Nicht einmal Sturm Xavier vor wenigen Tagen konnte ihn vom Baum holen. Da hängt er nun: Gelb, schlaff und ein bisschen zerrissen.

Wenn ich ihn dort so hängen sehe, frage ich mich ob er eine Metapher ist für Katzen, die auf Bäume klettern, von denen sie nicht mehr runterkommen. Da stehe ich dann wie hypnotisiert. Meistens löst sich diese Starre erst, wenn mein Hund mich anstupst. Der bleibt zum Glück auf dem Boden.