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Zum Zeitvertreib etwas Unterhaltsames aus meinem Spamordner:
From: Lady Agatha Shaw. London, England.
I am the above named person but now undergoing medical treatment in London, England. I am married to Dr. Jim Shaw who worked with British Railway Board in Chelsea England for over a decade before he died on 5th of July in the year 2003. We were married for fifteen years without a child. He died after a brief illness that lasted for two weeks. Before his death he made a vow to use his wealth for the down trodden and the less privileged in the society. Since his death I decided not to re-marry or get a child outside my matrimonial home.
When my late husband was alive he deposited the sum of $10 Million (Ten Million Dollars) in a Vault with a Bank here in Europe. Presently, this money is still there. Recently, my Doctor told me that I would not last for the next 150 days due to cancer problem. Though what disturbs me most is my stroke. Having known my condition I decided to donate this fund to an individual or better still a God fearing person who will utilize this money the way I am going to instruct here in. I want an individual that will use this to fund and provide succor to poor and indigent persons, orphanages, and above all the less priviledged in the Society.
I understand that blessed is the hand that giveth. I took this decision because I do not have any child that will inherit this money and my husband relatives are not inclined to helping poor persons and I do not want my husbands hard earned money to be misused or spent in the manner in which my late husband did not specify. I do not want a situation where this money will be used in an ungodly manner, hence the reason for taking this bold decision. I am not afraid of death hence I know where I am going. I know that I am going to be in the bosom of the Almighty. I do not need any telephone communication in this regard because of my health, and because of the presence of my husband’s relatives around me always. I do not want them to know about this development. With God all things are possible.
As soon as I receive your reply I shall give you the contact of my Lawyer. I will also issue you a letter of authority that will empower you as the original beneficiary of this fund,through my Lawyer. I want you to always pray for me. My happiness is that I lived a life worthy of emulation. Whosoever that wants to serve the Almighty must serve him with all his heart and mind and soul and also in truth. Please always be prayerful all through your life.
Any delay in your reply will give me room in sourcing for an individual for this same purpose. Please assure me that you will act according to my specification herein. Hoping to hear from you. Thank you and may the Almighty bless you.
This mail should be replied to my private email box: E-mail: ladyashaw@aim.com
Yours sincerely, Lady Agatha Shaw (Benefactor).
Den Informationsüberfluss, der mein Zeitmanagement und nicht zuletzt meine Beziehung belastete, habe ich zurückgefahren. Indem ich sämtliche Abonnements aus meinem Google Reader-Account entfernt habe.
In der kurzfristigen Rückschau kann ich sagen: Es tut nicht weh, denn die Lesegewohnheiten verändern sich. Verschiedene Dienste etablieren sich als etwas, für das man im Englischen den so treffenden wie unübersetzbaren Begriff „Discovery Engine“ geprägt hat. Facebook, Twitter, Friendfeed, Tumblr, die „Share“-Funktionalität des Google Readers und viele weitere Dienste leiten mir Empfehlungen der besten aller Nachrichtenagenturen zu – meines „Netzwerks“. Jene Menschen, denen ich aufgrund meines eigenen Urteils vertraue, teilen über diese Dienste mit, was sie beachtenswert finden. Auch die gute alte Rundmail kann diesem Zweck dienen. An dieser Stelle teile regelmäßig ich meinem Netzwerk mit, was ich für empehlenswert halte.
Dass dieser Informationsfilter teils von exquisitester Qualität ist, davon kann sich der geneigte Leser beim Weblog Give me Something to Read überzeugen. Es listet Artikel auf, die besonders häufig beim Dienst Instapaper gespeichert werden. Instapaper dient dazu, lange Artikel im Netz zur späteren müßigen Lektüre vorzumerken. Die Bestenliste dieser Artikel bei Give me Something to Read ist durchgängig von höchstem Niveau.
Die Rolle der alten Medien als „Schleusenwärter der Information“ wird mittelfristig enden. Der vielbeschworene „Information Overload“ taugt nicht zum Argument für eine Verlängerung dieser Bevormundung. Die Vorauswahl wird dem (noch so ein schrecklicher Anglizismus, Pardon!) „Crowdsourcing“ überlassen. Die Verarbeitung der Informationsflut erfolgt kleinteilig, unorganisiert und –schockschwerenot!– hocheffizient.
Dies wird von Marcel Weiss in einem Artikel über Google Wave für netzwertig.com knackig auf den Punkt gebracht.
Mein GoogleReader zeigt permanent “1000+” ungelesene Artikel an. Die tatsächliche Zahl dürfte an die 10.000 heranreichen. Permanent. Na und? Ich muss sie nicht lesen. Ich muss mich davon nicht verrückt machen lassen.
Das Einzige, was mich verrückt machen würde, wäre, nicht mehr diese großartigen Artikel zu lesen, die ich täglich in Blogs selbst vorfinde und von anderen empfohlen bekomme.
Gewiss gilt Sturgeons Gesetz, „Ninety percent of everything is crud“, für das WWW in verschärfter Form. Ich stelle die These auf, dass mindestens 99% der Amateurveröffentlichungen im Netz vernachlässigt werden können. Dennoch ermöglicht der Fortschritt der erwähnten „Discovery Engines“ es den wirklich beachtenswerten Inhalten schneller als je zuvor ein größeres und interessierteres Publikum zu finden.
Dies müssen die schlechten Autoren (Profis wie Amateure) fürchten, den guten kann diese Entwicklung nur willkommen sein. Sie werden weiterhin gefunden, gelesen und gelobt werden, selbst wenn die „Crud-Rate“ auf 99,9% ansteigt.
Das Löschen aller Abonnements hat den Nebeneffekt, dass die Blogroll dieses Weblogs vorübergehend leer ist. Sie wurde generiert aus Abonnements die in der Kategorie „Blogroll“ verschubladet waren. Nun muss sie sich wieder füllen.
Mein besonderer Dank gilt Boris Eichler von der Stiftung für die Freiheit, dessen Ideen, insbesondere zum Freundeskreis als Nachrichtenagentur, mich hier maßgeblich beeinflußt haben. Seine Gummersbacher Thesen seien nachdrücklich als ergänzende Lektüre empfohlen.