Es schirrmachert sehr

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«Ohne Marktwirtschaft kein Wohlstand!»

Je häufiger ich es lese, desto lustiger wird’s. Die Friedrich-Naumann-Stiftung lädt zur «Liberalismus-Konferenz» und lässt die finale Diskussion von Christian Lindner und Frank Schirrmacher bestreiten. Christian Lindner zählt den antimarktwirtschaftlichen «diskriminierungsfreien Netzzugang» zu den liberalen Positionen und  glaubt, «in einigen Jahren würden Unternehmen wie Google mehr und tiefgreifender durch den Staat reguliert werden als internationale Großbanken». Schirrmachers «Aufbau von alternativen Internetdiensten im Rahmen einer digitalen europäischen Strukturpolitik» verträgt sich sicher grandios damit.

Die Naumänner müssen Methanol im Fusel haben, wenn sie von ihren Top-Panelisten irgendwelche substantiellen Aussagen über die Marktwirtschaft erwarten. Der eine ist nach einem geflopptem Unternehmen Berufspolitiker geworden, der andere ist in der FAZ-Bürokratie aufgestiegen. Beiden gemeinsam ist, dass sie nie aus eigener Kraft erfolgreich ein Produkt am Markt etabliert haben. Das macht sie für die FDP-nahe Stiftung offenbar zu den hochkarätigsten Gästen ihrer Konferenz. Der Zustand der Parteiliberalen muss bei solchen intellektuellen Höhenflügen niemanden mehr wundern.

One thought on “Es schirrmachert sehr

  1. Der mit dem Hayek tanzt

    Ach von Falckensteyn,
    nur weil die Naumänner nicht bei jeder Veranstaltung radikalliberale Vertreter herbeizitieren geht die Welt doch nicht unter. Schirrmacher ist ein Irrmacher (und hat wirklich keine Ahnung von Marktwirtschaft) und dementsprechend ist selbst Bambi deutlich liberaler als der (und vermutlich auch als der große Teil der Teutonen). Passt schon. Es gibt auch deutlich schlimmere Abweichungen von der reinen Lehre als die Netzneutralität. Letztlich eine notwendige Folge in der Interventionsspirale. Besonders liberal ist es auf jeden Fall nicht, einem de-facto Staatsunternehmen die Macht zu lassen einen Wegzoll zu erheben um lästige Konkurrenz aus dem Markt zu kegeln. In einer besseren Welt (also in der die Marktverzerrung durch den Staat nicht bereits passiert wäre) wäre das nicht nötig – in der Vorgefundenen leider schon.

    Ansonsten: die ad hominems im letzten Absatz sind doch auch eigentlich unter deinem Niveau.

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