EINSZWEIDREIVIER! Rock’n’Roll statt Cem-balo!

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Cem Özdemir hielt sich wohl für originell, als er am Donnerstag Mittag auf Facebook «Ein persönliche Bitte» (Rechtschreibfehler im Original) stellte, die konservativen Politiker sollten doch bitte «den Rock’n’Roll in Ruhe» lassen. Der Vorzeigeschwabe und Grüne Parteivorsitzende hat ein Problem mit Guttenbergs AC/DC-Faible und mit einem Besuch Christian Wulffs bei einem Bruce Springsteen-Konzert.

«Habt Erbarmen» fleht Özdemir gar, weil er fürchtet Seehofers Sex Pistols-Sammlung vorgestellt zu bekommen. Dabei droht ihm ganz anderes Ungemach. Der Melonenpartei-Vorsitzende, dessen Partei am besten durch das bemüht-bräsige Gedudel «Sonne statt Reagan» des Nazi-Sympathisanten Joseph Beuys charakterisiert wird, ignoriert, dass Rock’n’Roll und besonders Punk Rock nicht zur erstickenden Grünen-Ideologie passen.

Der Mann, dessen Gitarrenspiel, den Rock’n’Roll von heute immer noch wesentlich beeinflusst, nämlich Johnny Ramone, sagte 2003 in einem Interview mit dem Fanzine Conservative Punk:

«Ich wähle die Republikaner seit Kennedy in den 1960ern gegen Nixon antrat. Ich gehöre zu den konservativen Republikanern, seit ich elf Jahre alt bin.»

Für Ramone war Rock’n’Roll und Punk keineswegs gleichbedeutend mit dem linken Besserwissen, das Cem Özdemir und die Grünen verköpern. Dafür stehen Titel wie «I wanna live». Er formulierte es bei seiner Aufnahme in die Rock’n’Roll Hall of fame noch eindeutiger; so provokativ eben, wie es sich für einen echten Rock’n’Roller gehört: «Gott segne Amerika! Gott segne Präsident Bush!»

Was die Grünen angeht: Für die Verbots- und Bevormundungspartei fand 2003 Spillsbury die passenden Worte. Was mal an eine gefühlt konservative Gesellschaft gerichtet war, passt heute erschreckend gut zu den Grünen.

Alles, was wir tun und lassen,
geht euch überhaupt nichts an,
wir wollen nicht mehr für euch da sein,
kein Stück näher an euch ran.

Also lasst uns in Ruhe, lasst uns gehn,
und unseren weg alleine machen,
wir bleiben lieber einsam
als mit euch über eure schlechten Witze zu lachen.